Unsere Position

Präambel

Wein und Spirituosen sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und Gesellschaft. Ihr Genuss verbindet Völker und Menschen weltweit. Ihre Zutaten werden aus den landestypischen Erzeugnissen gewonnen und seit Jahrhunderten nach traditionellen Rezepten veredelt. Daraus entstehen Getränke, die die Düfte und Aromen ihrer Heimat auch in der Ferne erlebbar machen. So bringen die Wein- und Spirituosenimporteure mit jedem Wein und mit jeder Spirituose auch ein Stück der Kultur und Natur aus ihren Herkunftsländern mit zu uns.

Ob Gemüse, ob Fleisch, ob Fisch, ob trocken, halbtrocken oder lieblich: Ein passender Wein darf bei keinem stimmungsvollen Essen fehlen. Hochwertige Spirituosen bereichern das Angebot jeder Bar. Sie bieten eine vielfältige Grundlage für moderne oder traditionelle, klassische oder ausgefallene Cocktails und Longdrinks. Und nur ein bewusster und verantwortungsvoller Genuss kann diese Qualitäten wertschätzen.

Richtig ist aber auch, dass alkoholhaltigen Getränken, wie anderen Genussmitteln, die Gefahr eines missbräuchlichen Konsums immanent ist. Das wird von den deutschen Wein- und Spirituosenimporteuren nicht verkannt. Gerade angesichts der laufenden Diskussionen auf europäischer Ebene positionieren sich die deutschen Wein- und Spirituosenimporteure gemeinsam mit ihrem Partnerverband, dem Verband Deutscher Sektkellereien e.V., zu zentralen Fragen im Zusammenhang mit dem Konsum alkoholischer Getränke.


1. Alkohol und Straßenverkehr

Unsere Position
Die deutschen Wein- und Spirituosenimporteure setzen sich langfristig und gezielt für die Förderung von Informations- und Aufklärungskampagnen ein und unterstützen das Ziel, dass in bestimmten Lebenssituationen Einschränkungen, bzw. der völlige Verzicht auf den Konsum alkoholischer Genussmittel akzeptiert und eingehalten werden. Dies gilt zum Beispiel am Arbeitsplatz, während Schwangerschaft und Stillzeit, bei der Einnahme von Medikamenten und bei der Teilnahme am Straßenverkehr.

Es ist bekannt, dass der übermäßige Konsum von alkoholhaltigen Getränken das Wahrnehmungs- und Reaktionsvermögen verändert, wodurch es gerade im Straßenverkehr zu einer massiven Gefährdung der eigenen und der Gesundheit anderer Verkehrsteilnehmer kommen kann.

Entscheidend ist daher, durch zielgruppenspezifische Aufklärungskampagnen schon frühzeitig Jugendliche und junge Erwachsene auf die Gefahren im Zusammenhang mit dem Konsum alkoholhaltiger Getränke und der Teilnahme am Straßenverkehr zu sensibilisieren. Die frühzeitige Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen, beginnend im Elternhaus, in der Schule und natürlich im Rahmen der Fahrausbildung, leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag.

Mit der Kampagne „DON’T DRINK AND DRIVE“, die der BWSI und der Deutsche Sektverband gemeinsam mit anderen Verbänden der Alkoholwirtschaft finanzieren, sollen deshalb vor allem junge Fahrerinnen und Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren angesprochen werden, um diese ohne erhobenen Zeigefinger über die Gefahren von „Alkohol am Steuer“ zu informieren. Wir haben 2008 in diesem Zusammenhang die „European Road Safety Charter“ unterzeichnet, was belegt, dass sich die „DON’T DRINK AND DRIVE“-Kampagne etabliert hat und von der EU-Kommission seit Jahren als effektiv und sinnvoll eingestuft wird.

Wichtig ist aber auch, dass durch entsprechende Kontrollen der staatlichen Organe die Einhaltung der bestehenden Gesetze durchgesetzt wird. Lediglich eine Verschärfung der Gesetze ohne entsprechende Kontrolle ergibt aus unserer Sicht keinen Sinn.


2. Jugendliche und Alkohol

Unsere Position
Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, dass bei Jugendlichen im Zusammenhang mit dem Konsum alkoholhaltiger Getränke andere Regeln gelten müssen als für Erwachsene. Es ist richtig, dass für Jugendliche ein übermäßiger Alkoholkonsum besonders negative Auswirkungen hat.

Für Jugendliche ist das Trinken alkoholhaltiger Getränke oft Ausdruck des Erwachsenwerdens und des Erwachsenseins. Daher müssen gerade Eltern sich ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion im Umgang mit Alkohol bewusst sein. Entscheidend ist mithin, dass der Konsum von alkoholhaltigen Genussmitteln durch die Eltern verantwortungsvoll vorgelebt und begleitet wird.

Wir sind der Auffassung, dass zum Erlernen des Genusskonsums von alkoholhaltigen Getränken auch die unterschiedliche Altersgrenze von 16 Jahren für Wein, Sekt und Bier und von 18 Jahren für Spirituosen beiträgt. Sekt und Wein sind traditionsreiche Kulturgetränke, die vor allem zum Essen und zu familiären und gesellschaftlichen Anlässen getrunken werden. So erlernen die Jugendlichen einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Genussmitteln. Im Alter zwischen 16 und 18 Jahren beginnt ein großer Teil der Jugendlichen eigenverantwortlich am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Deren Leben spielt sich dann zunehmend selbstständig, unabhängig von der Familie ab. Durch eine Erhöhung der Altersgrenze für den Konsum von Wein, Sekt und Bier bestünde die Gefahr einer Verdrängung dieser Altersgruppen, zum Beispiel aus der Gastronomie, in weitgehend unkontrollierbare private Räume.

Bezüglich der Abgabe und des Konsums von alkoholhaltigen Getränken an Jugendliche und junge Erwachsene müssen alle Verantwortlichen, das heißt insbesondere Eltern, Schule, Vereine, Politik und Wirtschaft, eng zusammenarbeiten. Das Ziel muss es sein, durch langfristige und nachhaltige Präventionsarbeit die Gefahr eines missbräuchlichen Konsums zu minimieren. Prävention bedeutet Aufklärungsarbeit zur Stärkung des Bewusstseins der Jugendlichen im Hinblick auf einen (eigen-) verantwortlichen Umgang mit alkoholhaltigen Genussmitteln, beginnend in Elternhaus und Schule. Zu Erziehung und Prävention gibt es keine Alternative. Das Modell einer „alkoholfreien Gesellschaft“ ist nicht realistisch.

Die Bestimmungen des Jugendschutzes müssen von allen Verantwortlichen wie Hersteller, Handel und Gastronomie eingehalten und Verstöße von den zuständigen Behörden entsprechend geahndet werden. Auch hier treten wir dafür ein, dass die Durchsetzung bestehender gesetzlicher Vorgaben Vorrang vor der Verabschiedung neuer Gesetze haben muss.


3. Kommerzielle Kommunikation

Unsere Position
Werbung für alkoholhaltige Getränke, die sich direkt an Jugendliche richtet und eine kommerzielle Kommunikation, die auf einen exzessiven Alkoholgenuss abzielt, kommt in der deutschen Wein- und Spirituosenbranche nicht vor.

Bereits 1976 haben der Bundesverband Wein und Spirituosen International e. V. und andere Verbände in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) e.V. „Freiwillige Verhaltensregeln über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke“ erarbeitet.

In diesen Verhaltensregeln erkennen die deutschen Wein- und Spirituosenimporteure ausdrücklich ihre Verpflichtung an, kommerzielle Kommunikation für ihre Erzeugnisse verantwortungsbewusst zu gestalten. Die Kontrolle obliegt dem Deutschen Werberat. Die wenigen Beanstandungen des Werberates über die Jahre zeigen, dass in diesem Bereich der Selbstregulierungsmechanismus der Wirtschaft erfolgreich funktioniert.

Unsere Mitgliedsunternehmen distanzieren sich ausdrücklich von sexistischer, fremdenfeindlicher Werbung oder solcher Werbung, die sich direkt an Jugendliche wendet. Eine von einzelnen „Interessengruppen“ immer mal wieder geforderte weitere Werbeeinschränkung für alkoholhaltige Getränke verfehlt nach Ansicht der deutschen Wein- und Spirituosenimporteure das angestrebte Ziel. So zeigen die Beispiele in den skandinavischen Ländern, dass Werbebeschränkungen und -verbote in elektronischen Medien sowie in Printmedien nicht zu einem Konsumrückgang führen oder zu einem anderen Konsumverhalten beitragen. Werbung dient in erster Linie der Verteilung innerhalb der Produktkategorien.


4. Verfügbarkeit

Unsere Position
Der weit überwiegende Teil der Bevölkerung konsumiert alkoholhaltige Getränke vernünftig, das heißt moderat. Problematisch ist nicht der Konsum an sich, sondern der missbräuchliche Konsum alkoholhaltiger Getränke durch einen geringen Teil der Bevölkerung.

Jedwede Maßnahme mit dem Ziel einer generellen Absenkung des Pro-Kopf-Verbrauches würde vor allem die große Mehrheit derjenigen treffen, die genussorientiert und verantwortungsbewusst mit alkoholhaltigen Getränken umgehen. Dies kann nicht gewünscht sein.

Die von manchen in die Diskussion geworfene Idee einer Beschränkung der Verfügbarkeit von alkoholhaltigen Getränke kann nicht dem Ziel der Missbrauchsbekämpfung dienen. Zurückblickend waren staatliche Prohibitionsbestrebungen regelmäßig nicht erfolgreich.

Vielmehr weckt die eingeschränkte Verfügbarkeit alkoholhaltiger Getränke Begehrlichkeiten, von denen sich gerade gefährdete und potentiell gefährdete Risikogruppen nicht abbringen lassen. Ferner besteht die erhöhte Gefahr der illegalen und nicht kontrollierbaren Beschaffung von Alkohol.

 

5. Besteuerung und Preiserhöhung

Unsere Position:
Die steuerliche Belastung bei Spirituosen ist bereits erheblich. Weitere Steuererhöhungen würden diejenigen treffen, die verantwortungsvoll und genussorientiert mit den Produkten umgehen. Die Erfahrung der Hochsteuerländer zeigt, dass eine solche Steuerpolitik den exzessiven Konsum durch gefährdete Gruppen eher fördert, als diesen einzudämmen.

Das gesundheitspolitische Ziel, gefährdete Gruppen und Jugendliche von einem erhöhten Alkoholkonsum bzw. Alkoholmissbrauch abzuhalten, kann nur durch langfristige Präventionsarbeit erreicht werden. Das bestehende Jugendschutzgesetz bietet ausreichend Möglichkeiten, um dem Missbrauch von Alkoholkonsum gerade bei Jugendlichen entgegenzuwirken und zu unterbinden.


6. Unsere Kampagnen

Wine in Moderation

Unser Verband ist Mitglieder von „Wine in Moderation“, einem paneuropäischen Programm zur Förderung eines verantwortungsvollen und moderaten Sekt- und Weinkonsums. Das Programm setzt sich für einen verantwortungsvollen und maßvollen Weingenuss als kulturelle und gesellschaftliche Norm ein und fördert einen gesunden Lebensstil, um Alkoholmissbrauch und seinen schädlichen Folgen vorzubeugen.

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Don’t Drink and Drive

Don’t Drink and Drive ist eine Kampagne, die von den Spitzenverbänden der Alkoholwirtschaft aus den Bereichen Sekt, Wein, Bier und Spirituosen betrieben und getragen wird.
Die Branche bekennt sich damit eindeutig zum Verzicht auf ihre Produkte in Zusammenhang mit der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr. Warum machen wir das?

Ziel der Kampagne ist es, die Zahl der alkoholbedingten Unfälle weiter zu reduzieren. Vor allem junge Fahrer sollen weniger häufig an den sogenannten Alkoholunfällen beteiligt sein! Daher wollen wir möglichst viele Verkehrsteilnehmer mit der Botschaft erreichen, dass Alkohol und die aktive Teilnahme am Straßenverkehr nicht zusammenpassen.

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